NAGELNEUE REZENSIONEN HEFT 666/2007
ADMIRAL JAMES T.
“the dark side of the moonboots” [Leech Records]
Album Nummero Sieben von dem Troubadix aus der Schweiz. Erneut wird die Creme de la Creme der Jahre 1950 bis 1980 zu einem feinen Ohrwurm-Kompott verrührt. Von Rock’n’roll über Punk und New Wave ist da alles am Start und macht einfach Spaß. Ja, auch der leicht düstere Unterton kann einem den Spaß nicht verderben. Die Tatsache, dass das wohl in letztes Album sein wird, schafft das schon eher. [Henna Hanna]
AGAINST ME!
“americans abroad! – live in London” [Fat Wreck]
Heikle Sache, diese Live – Alben, besonders, wenn mensch die betreffenden Musikanten ausschließlich in bester Erinnerung weil schon live in Höchstform erlebt hat. Für Enttäuschungen sind Against Me! aber nicht bekannt, so bleibt’s auch; dieser Konzertmitschnitt vom Frühjahr 2006 aus dem Londoner „Mean Fiddler“ ist durchaus repräsentativ für die enorme Livequalität der abroaden Americans, die können’s nämlich erst recht auf der Bühne. Der Querschnitt durch ihre drei bisherigen Alben ist gelungen und gefällt sogar den bisher Unbeleckten, eingesessenen Fans sowieso. Hinzu kommt ein bisher unveröffentlichter Titel, der Namensgeber des Albums ist und ein Livevideo zu „Problems“. Direkt, unverblümt und ehrlich hauen sie rein in ihrem Gainesville – Stil und die sehr gute Aufnahmequalität der 17 Songs vervollkommnet die musikalische Intensität. Auch wenn hier nicht viel Neues vorliegt, dieses vermutlich ihr letztes Album bei „Fat Wrack“ vor dem Wechsel zu „Sire“ lässt den Hörer erahnen, was er verpasst, wenn er nie ein Konzert von against me! gesehen hat. Empfehlenswert! [P.aule]
ALL SYSTEMS FAIL
“all systems fail” [Alerta Antifascita]
Aber hallo, bei den Hardcore-Punkern aus Salt Lake City geht’s bitterbös’ ans Eingemachte. Sowohl textlich als auch musikalisch volle Möhre auf die Zwölf. Energiegeladener Anarcho-Punk wie man ihn vielleicht von Aus-Rotten kennt. Kein Zufall, dass die Band um den ehemaligen Schlagzeuger des Anarcho-Bollwerks entstand. Extrem politisch und polarisierend, und das in die richtige Richtung. [Crusty Dusty]
ANTICOPS
“in the eyes of a dying man” [Puke Music]
Erst mal Gratulation zu dem Namen. Das der bisher noch keinem anderen eingefallen ist. Der erste Eindruck kann sich auch sehen lassen. Schöne Digipack-Verpackung. Mit viel Pappe drumherum und einem fetten Booklet im Innenteil. Musikalisch gehen die Jungs, wie zu erwarten war, böse an die Schmerzgrenze. Soll heißen. Hier gibt’s das volle Hardcore-Brett. Kaum verwunderlich wenn man bedenkt, das Roger Miret und Napalm Death ihre Finger im Spiel haben. Wer wenn nicht diese Mischung ist dazu berufen, die Welt kurz und klein zu hacken? Authentischer Berliner Hardcore, wie er angepisster nicht sein könnte. Bisher als CD bei Mad Mop, ab sofort als LP bei Puke Music erhältlich. [Knack]
ANTIDOTE
“another dose” [Dirty Faces]
Antidote aus Amsterdam sollten mittlerweile jedem ein Begriff sein. Energiegeladener Chaospunk mit immer politischer werdenden Texten. Überaus schnell gespielt, ziemliches Ufta-ufta-Schlagzeug und ein Sänger der sich die Seele aus dem Leib schreit und das zu Recht, denn die Texte treffen den berühmten Nagel zumeist heftig auf den Kopf. Oha, letzter Satz war fast schon holländisch. „Ik kots von Nederland“ … Wer solch heftige Musik macht kifft garantiert nicht. [Pogomeister]
BAD ASTRONAUTS
“twelve small steps …” [Fat Wreck]
Typischer San Franzisko Cali-Sound, den man im Sommer gerne hört, sofern man Schlabberhosen-Punkrockern tolerant gegenüber steht. Nervt mich weniger als die meisten engagierten Veröffentlichungen, bei denen mit dem ersten Akkord klar wird, dass keiner der Bandmitglieder spielen kann. Hier hat man es wenigstens mit brauchbaren Musikern zu tun. [Stefano Stiletti]
BAD CO. PROJECT
“sucker stories” [Knock Out Rec.]
Da isser wieder der charismatische Front-Man der fränkischen Oi-Punker Oxymoron. Mit neuer Gang. Leider nur als Projekt. Dennoch klingen die Songs nach Oxymoron und wissen zu überzeugen. Stellt sich nur die Frage, ob es dieses Projekt jemals live zu sehen gibt? Sollte doch nicht so schwer sein, sich ne neue Band zusammenzutrommeln um wieder richtig durchzustarten, oder Sucker? [Eumel]
BELA B.
„bingo“ [BPX]
Schöne Solo-Platte von Bela, auf der es überwiegend, kritisch, melancholisch und wehmütig zugeht. Ohne jedoch das nötige Augenzwinkern durchblicken zu lassen. Besonders das Duett mit Lee Hazelwood, aber auch der Punkrock-Kracher „Versuchs doch mal mit mir“, wissen zu überzeugen. Auch schön, dass mit „Wiehr thind sssuper“ zum unerträglichen Partyidiotismus klar Stellung bezogen wird. „Deutschland ist für mich ein Eimer mit Strohalmen drin, Deutschland ist für mich Bierbauch und Doppelkinn]“. Großartig. [Stefano Stilletti]
BITE THE BULLET
“the return of the unrich & ugly” [Bad Dog]
Melodiöser Strassenpunk auuuuuuuuuuuuus Berlin, ja auus Berlin. Neue Band mit Debutscheibe, aber bei weitem keine Rookies in ihrem Gewerbe. Alles altgediente Kempen um den Frontman Nick Knattertone. Dazu noch ne toughe Frau an der Schießbude. Wer’s gerne eingängig zum Mitsingen mag, ist hier gut bedient. [Bollock]
BONECRUSHER
“live at the doll hut” [Knock Out Rec.]
Mit live-Platten hab ichs ja nicht so. Zu Hause Studioalben hören, auf Konzerten abhotten ist da eher meine Devise. Aaaber, man muss sagen, die Platte versteht es zumindest dem Zuhörer zu vermitteln, was Bonecrusher doch für eine großartige Live-Band sind. Die rocken wirklich alles in Grund und Boden. Kann man sich für die Tage zulegen, wenn diese Herren zu alt zum Touren sind. [Koile]
C.O.R.
„Tsunami“ [Puke Music]
Ein Tsunami auf Rügen, hieß vor geraumer Zeit mal eine Fernsehserie mit Helmut Fischer. Und tagesaktuell hat man sich an den Jahrestag des damaligen Wirbelsturm, welcher die komplette Nord- und Ostsee verwüstet hat, erinnert und seine Platte schlichtweg danach benannt. Und liebe Leute, der Titel ist gottverdammtes Programm. Ihr wollt einen in die Fresse? Dann bittesehr, hört euch die Platte an, sie wird euch umhauen. Hüpfen toben springen, brutal vor allen dingen. Yeah. [Pogo Paul]
CHEAP STUFF
„live and die in the prison of life“ [Contra rec.]
Hey was ham wa den hier für ein Schätzchen. Streetpunk aus Deutschland, olala, so langsam geht’s den Schweden und Amis, an den Arsch. Hat alles was Streetpunk braucht: Brachiale Stimme, Chöre, Hymnen, Fuck-You-Attitüde. Wie schon die Shoemakers kommen die auch aus Sachsen. Da muss wohl ein ganzes Nest versteckt sein. Schön, dass es dort auch anders geht. [Timbo Armstrong]
CREEKS
“creeks” [Dirty Faces]
Hey, wer nen gelben Opel Rekord aufs Cover nimmt, kann keine schlechte Band sein. Ich liebte dieses Auto. Bei mir wars ein Rekord 1,7 Liter Baujahr 1977 (!), welcher mich zwei Jahre bis ich ihn an einen Baum gesetzt habe, treu durch jede Promille-Fahrt begleitet hat. Zuerst so gelb wie bei den Creeks auf dem Cover, später dann pink und noch später mattschwarz. Nur gut, dass die Creeks ihre Kohle lieber in Instrumente statt in Spraydosen zum Autolackieren steckten. Denn das was sie aus diesen rausholen, ist doch aller Ehren wert. Schön eingängiger Punkrock mit netten deutschen Textchen. Super poppig gespielt. Bisschen Shocks nacheifern scheint ja gerade in Mode zu kommen. Eine Mode die ich aber nur begrüßen kann. [Stefano Stiletti]
DEADLINE
„take a good look“ [People Like You]
London rocks, könnte man meinen, zum burnen reichts dann leider nicht mehr, aber zum rocken, noch locker. Schönes Stimmchen hat se ja die gute Strapsmaus vom Moloko-Cover, soll Gerüchten zufolge mittlerweile Torsten Ritzkis Frau Gemahlin sein. Seitdem muss er auch nicht mehr Eis verkaufen, sondern darf den Mercher auf Oi!-Punk Konzerten mimen. Ich werd das demnächst rausfinden, wenn die Dame und ihre Herren Musiker als Vorband von den Avengers im Walfisch auftritt. [Stefano Stiletti]
DIE ÄRZTE
„bäst of“ [Hot Action Records]
Ein innovatives Label macht auch aus einer Verlegenheits-Veröffentlichung noch Silber das glänzt. Lediglich interessant für Leute, welche die Singles und somit auch die B-Seiten-Auskopplungen seit dem Jahre 1993 nicht zu Hause stehen haben. Soll heißen, hier gibt’s nichts Neues aus Ärztebusch und dennoch ist es aufgrund der Aufmachung eine Anschaffung wert. Die coolen Säue unter euch kaufen sich die limitierte Vinyl-Version in der Stahlbox. Am besten per Post kommen lassen, damit sich der Briefträger das Kreuz bricht. [Stefano Stiletti]
DIE HUNNS
“you rot me” [People Like You]
Und wie schon beim letzten Album wechseln sich die beiden Eheleute fern von jeglicher Gütertrennung, Cory Parks und Duane Peters, am Gesang ab. Schön abwechslungsreicher, blusiger, Rock’n’Roll, der diesmal sehr melancholisch, bis ruhig ausfällt. Jaja, man wird älter und ruhiger. Vielleicht sogar vernünftiger. [Ralle]
DIE ROTE SUZUKI
„mit der sonne im rücken“ [kidnap music]
Der hysterische Sänger welcher in guten Momenten ein wenig an Knocken-Claus erinnert, krächzt seine Bandgenossen zu Höchstleistungen, welche diese in melodischen Krach umwandeln. Texte gegen Domian und für eine sonnigere Welt wissen zu gefallen, ja ab und an sogar zu begeistern. CD gibt’s auf Kidnap Music. LP in rotem Vinyl bei den Schluchtenscheißern von Teenage Riot. [Reinhold Beckmann]
DISCONVENIENCE
“umei punk city” [Dirty Faces]
Sehr schön, dass es in Schweden nicht nur Streetpunk & Schweinerockbands sondern auch richtige Punk-bands gibt. Disconvenience kombinieren den frühen etwas härteren 82-Punk-Sound mit den geilen Melodien aus 77. Klassische 3 Männeken Besetzung. Am Gesang, Fronfrau Emma mit Riesen-Iro, die abgeht wie Schnitzel. [Stefano Stiletti]
DISTEMPER
„podumai kto tvoi drusja“ [Anner Nadel Rec.]
Yeeeaaaaahh, Gin dobre Distemper from Moskow crazy Ska Punk City. Distemper bedeuten Party, Distemper bedeuten Spass, Distemper bedeuten Pogo. Bei denen ist es tatsächlich nicht vermessen, sie mit den Bosstones zu vergleichen. Schneller Off-Beat mit Bläsern im Lilalaune-Style. Auch fürs Auge sind Ihre Platten, dank großartigem Artwork immer ein Hochgenuss. Genauso wie es Spaß macht ihnen dabei zuzusehen wie sie sich in ihrem Hampelmann-Outfit auf der Bühne zum Affen machen. [Hanna]
EVIL CONDUCT
“sorry … no” [Knock Out Rec.]
Aha, das Debut-Album der Käsköpfe als Re-Release. Skinhead Rock’n’Roll der ganz alten Schule. Damals wie heute könnte man meinen, die Jungs kämen aus Großbritannien, was durchaus als Kompliment aufgefasst werden darf. Allen Nachwuchsskinheads, welche noch über keine essentielle Plattensammlung verfügen ans Herz zu legen. [Koile]
FLOGGING MOLLY
„whiskey on sunday“ [SideOneDummy]
Nicht vom Tellerwäsche zum Millionär, sondern von einer Kneipenband auf die Bretter, die die Welt bedeuten. In diesem Doppelpack bekommen wir eine fast zweistündige Dokumentation der Bandgeschichte auf DVD, dazu noch eine CD mit Akustik-Aufnahmen, Live-Tracks und nagelneuen Studioaufnahmen. Volle Möhre Flogging Molly. Eine Zusammenstellung bei dem das Herz des Irish-Folk-Punk-Fans lacht während die Leber mit dem Abbau von zahllosen Whiskyfässern beschäftig ist. [Hanna]
FRONT
“bitte recht freundlich” [Dirty Faces]
Da isser wieder, unser Falk Dampf in allen Gassen. Nun auch als FRONT-Man. Gemacht wird nach eigener Aussage deutschsprachiger Lofi-Punk, authentisch, manchmal kantig und garantiert nichts für Hifi-Deppen. Und damit ham se recht. Stellen wir mal klar, coole Band. Mir fällt gerade nix vergleichbares ein. Musikalisch evtl. ein wenig an Trend und Shocks erinnernd. Textlich und gesanglich anders, aber nicht weniger cooler. Ist auch nicht zu erwarten, dass scheiße bei rauskommt, wenn ein begnadeter Fanziner Texte schreibt. [Stefano Stiletti]
GOLDBLADE
„rebel songs“ [KB-Records]
Ähnlich wie Manchester United bewegen sich auch Goldblade, welche dem britischen Industrie-Kaff entstammen, weit oben an der Tabellenspitze ihres Genres. Das da wäre: Psychobilly mit Oi!-Punkrock-Einschlag, wenn man das so sagen kann. Mir bisher völlig unbekannt, haben die Jungs von der Westküste bereits schon 5 Longplayer aufgenommen. Unfassbar, dass die hierzulande noch keine große Nummer sind. Im U.K. sollen sie anscheinend schon ganz gut abräumen. Prädikat: Überaus Empfehlenswert. [Alex Ferguson]
GUTS’N’GLORY
“destination nowhere” [Halb7 Records]
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass auch in Freiburg einige Leute eine kleine Träne vergossen, als die Miozän-Nachfolgeband Souls Of Fire ins Gras gebissen hat. Neulich vernahm ich aus diesen Kreisen Begeisterung, dass aus deren Asche wiederum etwas Vernünftiges herangewachsen ist. Und jetzt, da ich diesen Tonträger in meinen klapprigen Player einlege, verstehe ich auch warum. Der Style tendiert noch mehr vom HC zum guten alten Punkrock über, als nur Bands Platten herausbrachten, welche auch was auf dem Kasten hatten. Kling ziemlich britisch. Gespielt von ausnahmslos Kollegen mit Erfahrungen im Business. Walkfisch-Wirt mich hat bereits signalisiert, sie in Kürze nach Freiburg zu holen. [Stefano Stiletti]
HAMMERHAI
“mein kiez” [Rat Race Records]
Junge, junge, was ham die Hannoveraner nur für Nerven. Die trauen sich echt was. Experimentierfreudig ohne Ende. Wer auf neue Ideen steht, ist hier echt mal gut bedient. Balalaika hier, Swing da, Rap(!) dort, natürlich Ska Töne, natürlich die verrückte Orgel und die extrem guten Texte. Mal was anderes, aber garantiert nix für Puristen und schon gar nichts für Hartmut Engler. [Henna Hanna]
HAUSVABOT
“feuertaufe” [Anner Nadel Rec.]
Lasst euch auf keinem Fall von dem beschissenen Bandnamen abschrecken. Auf dieser Platte erwartet euch eine Deutschpunk-Granate, die mitten im Herzen eurer Feindbilder einschlägt. Kritische, durchdachte, manchmal auch schön einfach gestrickte Texte auf die Zwölf. Deutschpank wie er sein muss, ohne aufgesetzten Intellekt, aber auch nicht so stumpf um es auf den Schlachtrufe-Sampler zu bringen. [Stefano Stiletti]
HEADCRASH
“cranium” [Rookie Records]
Leider zu independent, zu gute Musiker und damit zu anstrengend für mich [Stefano Stiletti]
JETSET RADIO
“from ashes to life” [Wanda Records]
Die CD kam wohl schon bei Kamikaze Rec. raus. Wanda legt jetzt die LP-Veröffentlichung nach. Was gar nicht so ganz zum Label passt. Geht eher so in die Emo-Rock-Richtung. Ziemlich eingängig und vermutlich auch ziemlich angesagt bei den Play-Mobil-Männchen, wovon es ja mehr als genug gibt und die auch genug Geld haben um diese schlicht aber schick aufgemachte LP zu kaufen. [Pogo-Paul]
KAMIKATZE
„knit and trash“ [Dirty Faces]
Aber hallo, von der Platte muss ich mich erst mal erholen. 3 Mädels die Vollgas geben. Wow. Und ich dachte schon, Mädchen laufen inzwischen alle zu den Punk’n’Roller über. Doch dem ist nicht so. Hier geht die Luzi aber mal so richtig ab. Beziehungsweise Ellvis, Dieannabandana und Tess Törner. It’s Time for Kamikatze Attack. [Stefano Stiletti]
KEINE AHNUNG
„keine ahnung“ [Rheinrebell Records]
Netter Punkrock mit noch netteren deutschen Textchen, die sich zwar ab und an zu oft reimen, aber sonst ganz brauchbar sind. Warum nicht? Pogotauglich is es allemal, ich sollte wohl mal wieder im Sonic Ballroom vorbeitanzen. [Pogo Paul]
KICK JONESES
„streets full of idiots“ [Rookie Records]
Sauber! Für alle die dieses Schmankerl noch nicht ihr Eigen nennen, wurde dieses Wunderwerk der Popmusik nochmals re-released. Für alle Fans der Walter Elf und Spermbirds, und Menschen mit Geschmack ein Muss. [Stefano Stiletti]
KOBAYASHI
“neuanstrich” [Alerta Antifascita]
Hey, da kann ja jemand richtig gute Texte schreiben. Liegt wohl an der rauen Luft im Norden dieser verkackten Republik. Nicht aufdringlich, nicht nervtötend, eher herantastend und heimlich in die Fresse rein. Oder sagen wir mal einfach smart verkloppend. Kein Geheule sondern, Tatsachen in schöner Lyrik verpackt. Dazu noch eine gesunde Portion Punkrock und fertig ist der Neuanstrich. Auch die Artwork weiß zu glänzen, soweit das auf seidenmatt gestrichenem Pappkarton möglich ist. Kobayashi machen ungefähr das, was Werder Bremen in ihrem Genre tun, sie spielen in einer eigenen Liga für sich. [Stefano Stiletti]
KONFLIKT
“sapere aude” [Nix Gut Records]
Beste Punkband aus der Slowakei, welche ich kenne. Sehr eingängiger, engagierter Punkrock mit schönen Hymnen, Chören, mehrstimmiger Gesang, gutes Songwriting. CD kommt in exzellenter Aufmachung und mit schickem aussagekräftigen Artwork. Hier wird Spaß mit Politik, Anspruch und Wirklichkeit gut miteinander verbunden. Und die Sprache hört sich eh cool an. [Stefano Stiletti]
KRAWALLBRÜDER
„in dubio pro reo“ [KB Records]
Halbstarke aus der Unterschicht liefern hier ein Mörder-Sound ab, wie dieser im Oi!-Genre selten zu hören ist. Kein Rumpel-Oi!. Nee, fett produzierte Mucke, mit wütenden Texten. Die Texte erfinden das Rad nicht neu, bedienen aber den Pathos, in welchen wir Glatzen uns ganz gerne suhlen. Skinhead-Kult wird gefrönt und abgefeiert. Die Platte hat alles, was das Skinhead Herz begehrt. Eingängige Chöre, coole Stimme, ein Tier von einem Schlagzeuger. [Eumel]
KRUM BUMS
„as the tide turns“ [T.S.O.R]
Das tönt doch mal klasse. Streetpunk, wie er sein sollte. Aggressiv, hoch explosiv, geile Whisky-Stimme des Sängers. Schnell gespielt, geballte Energie. Zum mitgrölen und abgehen. Musik die einen pusht. In Verbindung mit zuviel Alkohol, könnte die Platte echt gefährlich werden … [Stefano Stiletti]
LESSKRO
“lesskro” [Rat Race Records]
Schneller französischer Ska aus Lyon. Durchweg tanzbar und herzerfrischend. Textlich muss ich leider passen, kann ja noch nicht mal anständig deutsch, wie soll ich dann bitteschön die Franzosen verstehen. 3 nette Songs für die skurze Ska Party. [Henna Hanna]
ME FIRST AND THE GIMME GIMMES
“love their country” [Fat Wreck]
Yaeh, die 5 Spinner Allstar-Band ist wieder zurück. Diesmal haben sie sich die Sparte Country vorgeknöpft. Und wer denkt, dass wäre nur etwas für Mike Ness, hat noch nicht die Cover Versionen von Spike und Kollegen gehört. Dran glauben muss u.a. John Denver, Kenny Rogers und natürlich Johnny Cash. Coole scheiße, wird der Soundtrack zu meinem Leben, gerade jetzt wo ich den Trucker-Führerschein mache. [Stefano Stiletti]
MOSKITO SPEZIAL
“kung fu fighting” [Anner Nadel Rec.]
Gut dass die drei Minimalisten nicht so schreckliche Musik machen, wie sie auf dem Cover rüberkommen. Ja Pfui Deifel. Ich bin ja schon ziemlich prollig, aber wie sieht denn das aus? Die Mucke kann sich hingegen sehen bzw. vor allem hören lassen, Lofi-Punkrock, mit witzigen deutschen Textchen. Ganz nett. [Pogo-Paule]
MOSKOVSKAYA
“zeit” [Anner Nadel Rec.]
Neues Album der Ska-Fanatiker aus Süddeutschland. Auch diesmal wieder mit einem deutschen Stück als Titeltrack. Alles in allem nicht mehr so puristisch. Eher etwas experimentell. Klar dominiert nach wie vor der typische Off-Beat, dennoch wird’s ab und an ein wenig blusig, ja beiweilen vermutet man sogar den Hauch von Reggae oder gar Dub. [Malle Kalle]
MUMMY’S DARLING’S
“stormtroopers of rock’n’roll” [Sunny Bastards]
Klassicher Skinhead Sound im traditionellen Gewand der Ursprungsjahre. Brisante Mischung aus Oi! Saxophonunterstützter Ska und Skinhead-Reggae. Back to the Roots, mit kultigen Texten. Unterstützt durch das ansteckende Gegröle von Emscherkurve 77. [Joey]
OHL
“feindkontakt” [Bad Dog Records]
OHL geben einfach nicht auf sich Feinde zu machen. Mehr Feind’, mehr Ehr’. Darum wohl auch Feindkontakt als Titel des Albums. Deutscher W. hat, was er zuletzt auf einem Konzert im Freiburger Crash bewies, tatsächlich ein Hang zur Selbstironie. Was man bei ihm eigentlich nicht vermuten möchte. Von dem her würde es mich schon mal interessieren, welche Texte er tatsächlich wirklich so meint, wie er sie singt bzw. schreibt. Die Platte ist auf alle Fälle mal wieder überaus kontrovers und musikalisch topp eingespielt. Wie immer läuft man bei Songs über Religionen zur Höchstform auf und lässt es sich nicht nehmen, ordentlich anti-deutsche Attitüde herauszuhängen, was durchaus kein Fehler ist. [Herman Springt-Dreister]
OVO
“miastenia” [Musicrealations]
Abgefahrene Lo-Fi Noise Mucke aus Italien. Sehr experimentell. Sehr laut, sehr hysterisch. Kaum zu glauben, dass diese Energie, diese Wut, dieser Spirit nur von lediglich zwei Menschen fabriziert wird. Um genauer zu sein einem Ehepaar. Auf der Bühne treten die beiden maskiert auf und glänzen mit unerwarteten Musikeinfällen. Tourdates für 2007 kann man unter www.musicrelations.com in Erfahrung bringen. Überzeugt euch selbst von dem Lebensprojekt von Stefania Pedretti & Bruno Dorella, welche noch nicht einmal davor zurückschreckten, mit den Murder Junkies zusammenzuspielen. [Stiletti]
PURGEN
“protest detalei mehanizma” [Anner Nadel Rec.]
Schalaka, ich versteh zwar nicht viel, aber eines ist mir klar, die wollen’s echt wissen. Extrem aggressiver Hardcore Punk aus Russland. Wütend, brutal und verdammt schnell. Ein best of Album, das es wahrlich in sich hat, keine Ausfälle. Liegt vermutlich daran, dass die älteren Songs nochmals neu eingespielt wurden. Knallt rein wie 1 Liter Faxe als Blitzbüx. [Stefano Stiletti]
RADIO DEAD ONES
„killers and clowns“ [Wanda Records]
Geiler Streetpunk mit einem geringen, erträglichen Schüsschen Rock’n’Roll. Klingt eher amerikanisch den schwedisch. Und wer dort so der Marktführer ist, muss ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Name Dropping brauchen wir in diesem Falle echt nicht, weil es einfach eigenständig cool zugeht. Fängt an bei der versoffenen Stimme des Sängers geht über die schönen Singalongs und Chöre bis zu dem druckvollen Sound. Kommen wohl aus Berlin und sind dort auch stadtbekannte Zecher, was den Symphatie-Bonus weiter anhebt. [Stefano Stiletti]
RIOT COMPANY
“riot anthems” [KB Records]
Feiner Oi! Punk, welcher gut nach vorne losgeht. Gut produzierte und eingespielte Platte die mit kraftvollen Stücken zu überzeugen weiß. Schnell gespielt, schön treibend. Einziges Manko ist, vielleicht der Sänger, der mir persönlich etwas zu sehr grölt, statt zu singen. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben. Musikalisch gesehen eine Top-Platte. [Koile]
SHE-MALE TROUBLE
„off the hook“ [XNO]
Carola La Rock, die Rockröhre aus Berlin und ihre inzwischen ausschließlich männlichen Mitstreiter haben ne neue Platte rausgebracht. Diese erscheint mit schickem Cover im Oldschool Tattoo Style und weiß durchaus zu überzeugen. Nur schade, dass die live gerne dargebotene Menschenpyramide audiophil nicht funktioniert. Dafür bekommt man überaus eingängige Refrains in 13 Punk-N-Roll Ktrachern um die Lauschlappen gerockt. Sind demnächst wieder live zu sehen. Nicht verpassen. [Rocker Ralle]
SKAFIELD
„create your own hell“ [Leech Redda]
Ska-Punk der Laune macht, mit kritischen, engagierten Texten und einem überragenden Booklet Artwork. Qualität die sich durchsetzen wird. [Kalle]
SKAOS
“silver” [Pork Pie]
Happy Birthday SKAOS. Ein viertel Jahrhundert Ska-Geschichte wird auf dieser schick verpackten in Silber-Glanz gehaltenen Jubiläums Doppel-CD dokumentiert. Auf CD 1 befinden sich die unterschiedlichsten Vielfalten ihres Könnens von 1981 bis heute. Soll heißen wir ham es hier mit einer kompletten Retrospektive über 25 Jahre SKAOS-SKA-CHAOS zu tun. 23 Songs teilweise von raren alten Masterbändern wurden wieder neu überarbeitet und gepresst. Als Bonus gibt’s auf CD 2 das länsgt vergriffene Live-Album „Breaking the Curfew“ für lau dazu. Darauf zeigen die 7 Spinner wie geil ein Party-Ska Konzert sein kann.
[Henna Hanna]
SONIC DOLLS
„i’am a flower too“ [Flight13]
Heilige Scheiße, wo hat der Jürgen denn die ausgegraben? Ich erinner’ mich noch sehr gut an den Hit „Go out where the punks are“, ich liebte diesen Song und diese Platte, danach verlor ich sie aus den Augen. Neulich waren se wieder auf Tour und jetzt ham wir hier die 5 Platte mit einem überaus gewöhnungsbedürftigen Cover. Doch egal, Hauptsache der Sound geht gut ab und das tut er wie kein zweiter. So macht Punkrock Spaß. [Rocker Ralle]
SPLIT: BONECRUSHER vs. OXYMORON
“noise overdose” [Knock Out Rec.]
Die Knochenfabrik aus Kalifornien, die dort den ganzen Fat Wreck Bands zeigt wo der Hammer hängt, prügelt sich wie gewohnt auf konstant hohem und harten Niveau durchs Programm. Das tun sie auf acht Songs, bevor sie das Staffellaufstöckchen zum letzten Mal an Oxymoron weitergeben, welche 3 unveröffentlichte Songs in ihrem unverwechselbaren, dynamischen Streetpunk-Style zum Besten geben. Dazu kommen noch einige Live-Songs und Angus Young wird mit einem Cover gewürdigt. Für Fans ein Muss. [Eumel]
SPLIT: BORN DEAD vs. PELIGRIO SOCIAL
“split ep” [Alerta Antifascita]
Split EP von zwei extremen Anarcho-Bands aus Übersee welche sich darauf gegenseitig an die Wand spielen. Ich frag mich gerade, wer denen in Sachen Energie, Wut, Aggression das Wasser reichen will. Kein Frage dass die Politik nicht zu kurz kommt. Wer’s gerne hart und politisch mag, der sollte hier nicht lange zögern. [Pogo Paul]
SPLIT: MONSTER SQUAD vs. OBTRUSIVE
„kill the silence“ [T.S.O.R]
US Streepunk vom Bodensee? Das kann nur schief gehen? Tut es nicht. War ich anfangs sehr skeptisch, muss ich mittlerweile meinen Hut ziehen. Schalakka, da wächst was Größeres heran. Spielen auf dieser Split-CD die Kalifornier Monster Squad, welche ebenfalls zu den schickeren Punkern zählen, locker an die Wand. Freu mich darauf die mal live zu sehen. Geile Mucke für Punks mit coolen Frisuren. [Stefano Stiletti]
STYRIAN BOOTBOYS
“violence & profit” [Bad Dog Records]
Ham wohl vom Hauslabel aus Österreich rüber nach Berlin gemacht. Die Bootboys aus der Steiermark?! Geschadet hat ihnen das auf keinem Fall. War das Debut auf DSS noch mehr als durchwachsen, ist hier ein deutlicher Fortschritt zu hören. Besonders, der Opener kann sich hören, bzw. sehen lassen. Ein Oi!-Punk Knaller vor dem Herrn. Aber auch die restlichen Songs sind nicht zu verachten, wenn auch krachiger und schäppriger, wobei, mir lieber gewesen wäre, das Niveau auf Track 1 zu halten. Würde man’s kritisch betrachten hätt’s auch ne 4 Song EP getan. Wobei Song eins schon das halbe Eintrittgeld wert ist. [Koile]
SUBURBAN SCUMBAGS
“we come to defile you” [Klownhouse]
Ihr steht auf Musik aus den Achtzigern. Also nicht A-Ha, Alphaville oder Europe. Sondern eher Richtung D.O.A. oder den verrückten Tüpen von FEAR. Dann seid Ihr hier goldrichtig. Die vier Jungs kommen zwar „nur“ aus Kiel, orientieren sich aber sehr stark an ihren Vorbildern. Und die hatten’s bekanntlich in sich. [Pogomeister]
TATORT TOILET
„heil high tech“ [Matula Records]
Trendy und seine Band bringen endlich den ersten Longplayer raus. Und was für einer, würde Falk sagen. Ne mal im Ernst: Geiles Scheibchen im extra-schwerem pinken Vinyl. Liegt wohl am Einfluss der Lovepinks aus Südfronkreisch, wa? Tatort Toilet machens nämlich ähnlich, 77er Punkrock vögelt mit Rock’n’Roll und rauskommt glücklicherweise keine abartige Punk’n’Roll Scheiße sondern, ein astreiner kleiner Punkrock Bastard mit coolen Texten. [Stefano Stiletti]
THE AMPHETAMEANIES
“now, that’s what I call” [Rat Race Records]
Neue Platte des neunköpfigen Ska-Monsters aus Glasgow. Neunmal Speed für die Jungs vom Sägewerk. Besonders prägnant dabei, der zweistimmig bzw. abwechselnde Gesang von Männlein und Weiblein. Sehr abwechslungsreich und erfischend. Eine fette Bläsersektion sorgt für absolut tanzbare Songs, welche den gewillten Skanker zur Ekstase treiben können. Denke die passen wohl eher selten auf eine Bühne, oder aber sie rammen sich gegenseitig die Posaunenenden in die Rippen. Würde mich mal interessieren wie die Live rüberkommen, bestimmt witzig, wenn man dem Cover Glauben schenken darf. [Henna Hanna]
THE ASSASSINATORS
“the assassinators” [Alerta Antifascita]
Punk aus Kopenhagen. Gesungen von einer Dame in deren Landesprache dänisch. Schnell und eingängig gespielt. Ohne Schnörkel und musikalischen Kompromisse. Überaus erfrischender Punkrock, der nach vorne losgeht. Die engagierten Texte sind in dem wirklich feinen Klappcover dieser schicken im Crustie-Layout gekleideten EP, ins englische übersetzt. Sowohl musikalisch als auch optisch ein absoluter Gewinn für jede Plattensammlung. [Stefano Stiletti]
THE BRIGGS
“back to higher ground” [SideOneDummy]
Meine kleinen Lieblinge aus Kalifornien überzeugen erneut mit einer herausragenden Platte voller Melodie und Power. Glasklar hört man heraus, dass zu ihren Vorbildern Könner wie Clash, Jam, Stiff Little Fingers gehören. Endlich mal eine Band, der es gelingt an das Songwriting ihrer Vorbilder heranzukommen, wenn sie diese auch nicht ganz erreicht. Dennoch sehr schöne Platte, mit nem Sound darauf, wie er heutzutage leider außer Mode gekommen ist oder nur noch schlecht kopiert werden kann. [Stefano Stiletti]
THE CASUALTIES
„under attack“ [SideOneDummy]
Da sind se wieder, Jorge und seine Chaostruppe. Fett produzierter Knüppelpunk, wie man ihn einfach gern haben muss. Angepisst, laut, aggressiv, wütend und anti. Am geilsten kommt’s dennoch wenn se etwas eingängigere Gassenhauer rauskloppen, mit geilen Mitgröl-Refrains, wie beispielsweise „System failed us again…“ Auch die Textthematik weiß zu gefallen. Schade dass das Konzert in Freiburg ausfallen musste. Hätte ich mir mal wieder gerne angeschaut.
[Stefano Stiletti]
THE CHELSEA SMILIES
“thirty six hours later” [People Like You]
Gitarrensoli verliebter Punk’n’Roll, welcher sich in der Tradition von Kiss mit Ramones-Einschlag sieht. Gespielt in mäßiger Geschwindigkeit. Gute Musiker. [Rocker Ralle]
THE CREETINS
„city screams my name“ [Roadrunner]
Hmm ja, ich muss schon sagen, hätte nicht gedacht dass aus denen noch was wird. Hatten zwar schon immer Talent und waren eine der besseren Vitaminepillen-Bands, aber Roadrunner ist dann doch noch eine andere Liga. Hut ab. Musikalisch machen se da weiter wo se vor 3 Jahren aufgehört haben. Simpler Punkrock. Sehr Lederjacken und Prinz-Eisenherz-Frisuren orientiert. Kann man nix mit falsch machen. [Rocker Ralle]
THE HEROINES
„hurts so good“ [Wolverine]
Immer wieder gern gesehene Gäste in Freiburg und Umgebung sind die Heroines aus Stuttgart. So erfreuen sie live die Herzen der Zuschauer und können auch mit dieser Platte vollauf überzeugen. Female vocaled Rock’n’Roll with a little bit of punk spirit. Das Artwork der Platte ist obendrein ganz nett, was den Kaufanreiz noch etwas steigern sollte. [Rocker Ralle]
THE LO FAT ORCHESTRA
“Is Playing Five Organ Songs” [Demo-CD]
Soul waking & Hip shakin´ !!! So oder so ähnlich dürfte wohl das Motto dieser Deutsch-Schweizer Formation lauten und dem werden sie auch gerecht. Die Breitengrade aus welchen diese drei Herren kommen haben wahrlich nicht den Ruf heissblütiger Temperamente, aber diesem Klischee wird hier doch recht passabel entgegengetreten. Die Herren haben sich in der Vergangenheit schon rege in lokalen Rock´n Roll Bands ausgetobt und somit ein gutes Potenzial für neue Wege geschaffen. Wie der Titel schon andeutet bildet die Orgel ein prägnantes Element dieser Musik, während der Bass und das Schlagzeug die groovende Basis bilden. Gesungen wird dann auch noch, aber eher unterstützend. Da dies ein Demo mit 7 Songs darstellt, kann man nur schon erahnen was noch alles mit diesen Mitteln möglich ist. Als Anhaltspunkte fallen mir dazu Bands wie Delta 72, John Spencer B.E., Dirtbombs und natürlich die göttlichen Make Up ein, an welche wohl auch der Song Sweet Soul Music angelehnt ist. Die Richtung stimmt also und mit dieser kalorienbewussten Combo lässt sich mit Sicherheit ne stilsichere Party zelebrieren. [Piep]
THE LOW BUDGETS
“aim low, get high.” [Klown House Rec.]
Der Name ist zumindest ansatzweise Programm. Hier werden scheinbar mit geringem Aufwand schöne Melodien aus dem Hut gezaubert. Eine gute Portion Punkrock, dazu ein Teelöffelchen Erlektro, dazu noch ansprechend Texte. Keine Ahnung was für ne Schublade hier angebracht ist. Muss ich aber auch nicht. Hauptsache es gefällt und das tut’s. [Kotze]
THE PENETRAITORS
“the penetraitors” [Empty Records/KB Records]
Wow. Die sollen tatsächlich aus Deutschland, noch dazu aus dem beschaulichen Franken kommen. Wobei da ja schon immerhin Oxymoron und Rejected Youth herkamen. Demnach ein gutes Pflaster für Streetpunk. Und hier kriegen wir das volle Brett. Total aggressiv gespielt und gesungen. Teilsweise wechselnder Gesang wie manchmal bei Rancid. Der Opener „back to the front“ haut wirklich alles weg, was ich in der letzten zeit gehört habe. Und auch die restlichen 12 Songs können alles. Selten empfand ich Streetpunk als so abwechslungsreich. Selbst die Vindictives kommen zu ehren. Daumen hoch. Vinyl gibt’s ab sofort bei KB-Records. [Eumel]
THE SAVANTS
„demo“ [the-savants.de]
Neue band aus Tübingen, die schon ganz lustig vor sich hin punkt. Geht in Richtung ufta-ufta-Punkrock mit Chören und melodiösen Refrains. Klingt des öfteren verdächtig nach Rasta Knast. Meist in englisch, ab und an deutsch. Ganz nett. Könnte mal was draus werden. [Pogo Paul]
THE SEXMACHINES
„fight like cats and dogs“ [Sunny Bastards]
Eines vorneweg, wie Sexmaschinen sehen die 3 Kerle nicht die Bohne aus. Eher wie angepisste Straßenköter. Fies dreinblickende Gestalten hat mein Lieblings-Tattowierer Orlando da mit schickem Artwork aufs Cover gepinselt. Riecht verdächtig nach Vanilla Muffins, ist auch Vanilla Muffins drin. Wen wundert’s, Colins Stimme und Songwriting ist nach wie vor unvergleichlich. Sugar Oi!, wie er nur von ihm gemacht werden kann. Super Eingängige Hymnen geben sich die Klinke in die Hand. Geile Platte. [Stefano Stiletti]
THE SHOEMAKERS
“turn me on” [Wanda Records]
77iger Punk in sächsischem Slang? Nein keine Angst. 77er Punk aus Sachsen, der sehr sehr britisch klingt. So Richtung retro/neu alá Briefs etc. weiß durchaus zu begeistern. Viele kleine, und ein paar große Hits im besten Punkstyle wo gibt. Selbst das Artwork kommt sehr retro und authentisch rüber. Neongrelles Cover für Sonnenbrillenträger. [Stefano Stiletti]
THE SIR WILLIAM HILLS
“cheer” [Bad Dog Records]
Yeah, hier sind die verrückten Vögel aus Basel, welche noch eine große Zukunft vor sich haben. Vorausgesetzt sie verzocken nicht alles bei Pferdewetten, sondern stecken die Kohle, welche durch diese Klasse-Scheibe reinkommen sollte, sofort wieder in eine neue Platte. Hab’ ich neulich als Vorband der Buzzcocks in Solothurn gesehen und musste entzückt meinen Hut ziehen. Natürlich sehr von Vorteil einen britischen Sänger mit einem begeisternden Stimmchen zu haben. Vor allem dann wenn man sich an zuckersüßem 77er Punkrock versucht. Gutes Ding, und jetzt weitersaufen. Cheer! [Stefano Stiletti]
THE YOUNG ONES
“out with the bois” [KB Records]
Jetzt leck mich doch am Arsch. Was ist das denn bitte für eine Power-Truppe? Seit Oxymoron hab ich nix mehr derart druckvolles im Oi!-Bereich gehört. Und die sind sogar noch besser. Hits, Hits, Hits, sag ich da nur. Eine Hymne folgt der nächsten. Und die kommen tatsächlich aus Holland? Okay wir wissen ja nicht zuletzt seit Evild Conduct, dass die Käsköpfe auch gut einen auf Oi! Machen können. Aber so ein Brett hätte ich nicht erwartet. Ich bin sprachlos. [Stefano Stiletti]
THEE FLANDERS
„erna p.“ [Halb7 Records]
Junge, Junge auf dem Bonus Video sieht man, wie krass die Psychos von Thee Flanders abgehen können. Hab die ja bisher noch nie live erleben dürfen, werde das aber nachholen, wenn se mal den Süden der Schweinerepublik betouren werden. Eine Coverversion der Ärzte im Psychogewandt, das funktioniert tatsächlich. Wie schon bei den Tony Montanas, welche sich Teenager Liebe vorgenommen hatten, kann man mit einem Song wie diesem nicht daneben liegen. Des Weiteren werden hier Größen wie Mad Sin, Stray Cats und Frantic Flintstones gecovert. Alles nur geklaut, könnte man meinen, dennoch eine lustige Sache. [Slim Jim]
TOTAL CHAOS
„freedom kills“ [People Like You]
Rob Chaos und seine Gang prügeln sich nach politischem Intro durch das volle Programm ihres Hardcore-Knüppel-Punks. Freunden von den Casualties und Konsorten ans Herz zu legen, obwohl die sich glaub gar nicht so mögen. Wer’s gerne etwas heftiger mag ist damit allemal gut bedient. [Rotze]
ULTRAFAIR
„alles rogers, onkel heinz?!“
Wunderschön aufgemachte CD im wasweißichwiemandaswohldigipapppacknennt. Super schickes Artwork, mit allen Texten und Linernotes dazu. Die Textchen sind nicht von schlechten Eltern, aber auch die Lofi-Musik weiß im Muff-Potter-Midtempo zu gefallen, wenn auch die Stimme ein wenig gewöhnungsbedürftig, fast schon zerbrechlich klingt. Schön scheppriges Schlagzeug übrigens. Und lustige Text-Dialoge dazwischen, wie bei den Zitronen ab und an. Vermutlich dennoch eher den Emos zu empfehlen. [Henna Hanna]
USE TO ABUSE
„jesus made my rock’n’roll“ [XNO]
Junge, junge, so gut hatte ich das Regensburger Rockbrett gar nicht in Erinnerung. Und was für ein fetter Sound. Der bläst ja selbst überproduzierte Metal-Scheiben mit weit aufgerissen Kanälen voll weg. Sollte man nicht glauben, dass die aus Deutschland kommen. Schweinerockgrößen alà Hellacopters oder BB könnte man vermuten, wenn man den Interpreten nicht kennt. Was für ne Wucht? Ich bin begeistert. [Rocker Ralle]
V.A.
“knockout in the 8th round” [Knock Out Rec.]
Der beste Labelsampler kommt meines Erachtens seit Jahren von Knock Out, weil kaum ein Label durchgehend auf Qualität setzt. Okay, da gibt’s noch ein paar andere coole Labels, aber bei denen gibt es keinen Labelsampler. Hier bekommen wir es mit Krachern von 4Promille, Loikaemie, Oxymoron, Sondaschule und vielen weiteren Hochkarätern zu tun. Obendrein gibt es noch 2 Video Clips zu sehen. Geiler als der Sound ist allerdings das cover. Was für ein begnadeter Zeichner. C’est trés chic. Genauso wie das fette Booklet. Ein Schmuckstückchen vor dem Herrn. Und das alles zum absoluten Dumpingpreis. [Eumel]
WHISKY DAREDEVILS
“the essential whisky daredevils 20 ...” [Knock Out]
Zweites Album der Ami-Kracher. Und was soll ich sagen? Noch besser, noch heißer, noch geiler. Dachte man nach dem ersten Album mit der großkotzigen Titel „greatest hits“ schon, das wäre nicht mehr zu toppen. Wird man hier eines bessern belehrt. Saugeiler Country-Rock-A-Billy mit cooler Stimme. 20 Knüller, ohne Ausfall. [Rocker Ralle]
ZOX
„the wait“ [SideOneDummy]
Das nenn ich mal Musik in meinen Ohren. Nicht immer nur diese blöde Punkrockscheisse. Hier reichst nach Old-England Style. Wie man das wohl nennt? Keine Ahnung? Pop, Mainstream, Indie, Rock? Namedropping gefällig: Sublime, Pixies, Cure. Okay sagen wir Cure mit Geige und nicht so düster. Auf jedenfall erfrischend anders und zweifelfrei gut gespielt. [Henna]
NAGELNEUE REZENSIONEN HEFT 13/2006
2nd DISTRICT
“young & disorderly” [DIY Records]
Drei Song EP, die genau dort weitermacht wo District aufgehört haben. Das fehlen von Pascal Briggs wird ganz gut kompensiert. Klingt nach wie vor wie District. [Rocker Ralle]
4PROMILLE
„alte schule“ [Knock Out Records]
4 Promille werden immer besser. Die Songs gehen wie eh und je ins Ohr und glänzen mit witzigen, Party tauglichen Texten. Live sind die sowieso der Knaller. Absolute Ohrwurmgarantie. Und die Aufmachung des Digipacks ist der Hammer. Hat bestimmt wieder der Broilers-Typ designt. Hut ab vor soviel Kreativität. Runde Sache, eine Platte, die man jedem Skin ans Herz legen kann. [Eumel]
ADAM WEST
“longshot songs” [People Like You]
Die sind auch nicht totzukriegen. Auch wenn es sich hier nicht um ein neues Release handelt. Vielmehr werden 24 Hits aus den Jahren 2001 bis 2004 zusammengefasst. Zumindest hab ich das so verstanden. 24 Hardrock-Knaller aus Washington, die Fans von Ac/DC, MC5 und den Stooges glücklich machen müssten. [Rocker Ralle]
ALARMSIGNAL
„nazis nehmen uns die arbeitsplätze weg“ [Nix Gut]
Haha, zum Glück, kann ich da nur sagen. Sollen die Faschos ruhig putzen gehen während wir uns auf der Domplatte vergnügen. Geiles Cover. Iro ab! Und coole Texte die sich mit Hartz 4, Klassenkampf und Nazis beschäftigen. Kann man nicht meckern. [Rotze]
ANGEL CITY OUTCASTS
“deadrose junction” [People Like You]
Streetrock aus Los Angeles. Manchmal auch Hardrock. Die Gitarre jedenfalls. Der Ssänger aber auch. Erinnert doch sehr an fuckin’ Axl and his pretty Gun’s and Garnichts. Apropos, die kommen ja gerade auch auf Tour. Ein Schüsschen Punk iss natürlich auch drin. Und eben verdammt viel Roll. Gitarrensoli und viele „heys“ und „yeahs“. Passt schon! [Rocker Ralle]
ANTICOPS
“in the eyes of a dying man” [Mad Mob Records]
Erst mal Gratulation zu dem Namen. Das der bisher noch keinem anderen eingefallen ist. Der erste Eindruck kann sich auch sehen lassen. Schöne Digipack-Verpackung. Mit viel Pappe drumherum und einem fetten Booklet im Innenteil. Musikalisch gehen die Jungs, wie zu erwarten war, böse an die Schmerzgrenze. Soll heißen. Hier gibt’s das volle Hardcore-Brett. Kaum verwunderlich wenn man bedenkt, das Roger Miret und Napalm Death ihre Finger im Spiel haben. Wer wenn nicht diese Mischung ist dazu berufen, die Welt kurz und klein zu hacken? Authentischer Berliner Hardcore, wie er angepisster nicht sein könnte. [Knack]
ANTI FLAG
„for blood and empire” [Red Ink Music]
Anti-Flag knallen auch mit ihrem neuen Album alles weg, was vergleichbare Mucke macht. Schneller Melodic-Punk im guten alten Cali-Style. Dazu feine, politische Texte, die nicht gerade alltäglich für eine Ami-Kapelle sind. Das Cover sieht auch verdammt cool aus. Mal abwarten ob sich die Kids im Media Markt damit aufreissen lassen. Sie sind ja anscheinend nicht blöd!? [Rotze]
ATEMNOT
„uhrwerk zweitausendsechs“ [Nix Gut Records]
Juhu Atemnot sind wieder aufgetaucht. Einhorn und Kollegen machen das was sie am besten können. Deutschpunken bis zu Vergasung. Der Titel soll wohl ne Hommage an, na was wohl sein. Das Cover ist allemal spitze. Die Texte sind auch voll super. Immer schön Gewalt, Bullen, united und so ... muss ich gleich mal gemeinsam mit Otze und Kotze hören, die bereits auf mich am Brunnen warten. [Rotze]
AUSGELEBT
„leben kann tödlich seine“ [Sunny Bastards]
Aarrg, jetzt steht’s auch noch auf dieser CD. Als ob ich nicht schon immer beim Qualmen ein schlechtes Gewissen bekommen würde. Bei Ausgelebt ham wir es jedenfalls mit guten deutschsprachigen Punkrock zu tun, der in seiner art und Weise völlig okay geht. Durchdachte Texte und aggresive Mucke. Watt will der degenerierte Punker von umme Ecke mehr? [Rotze]
BASEBALL FURIES
“lost ones” [Alien Snatch Records]
Mir persönlich ein wenig zu lahmarschig. Aber geil an der Single ist die Aufmachung. Inklusive Mittelloch Cover. 2 Stücke plus ein Cover von den Reatards. Könnt Ihr bestimmt gebrauchen! [Rocker Ralle]
BETONTOD
“schwarzes blut” [Nix Gut Records]
Auch Betontod sind älter und reifer geworden, was sich in ihren melancholischen Texten wiederspiegelt. Wut und Zweifel verpackt in herausragenden Metal-Punk wie ihn Exploited höchstpersönlich nicht besser hingekriegt hätten. Der ideale Soundtrack zum schnorren vorm Kaufhof. [Rotze]
BIG JOHN BATES
“take your medicine” [Wolverine Records]
Aha, aha, so klingt es also wenn Lee Rocker auf die Cramps trifft. Rock-A-Billy mit nen Hauch von Horror bzw. Friedhof. Schön düster gesungen und dennoch eingängig. Cooler Kontra-Bass, bedient von einer Lady, was man auch nicht alle Tage sieht. Zudem gibt’s das ein oder andere Go Go Girl bei den Liveshows zu sehen. Geheimtipp! [Slim Jim]
BORN TO LOSE
“sweet misery” [People Like You]
Bier- oder gar Whiskygetränkter Streetpunk direkt aus der Kneipe. Vom Tresen weg ins Studio und ab dafür. Klingt ein wenig schwedisch, dürfte aber aus den Staaten kommen. Hohes Tempo, geile Chöre, einprägende Sing-a-longs. Punkrocker-Herz was willst Du mehr? [Knack]
BUST THE CHAIN
„burned bridges” [Mad Mop Records]
Hoppla Hardcore aus Österreich iss ja mal was ganz was neues. Zumindest nicht sooo verbreitet in hiesigen Gefilden. Kommen aus dem Umfeld von Only Attitude Counts. Einige davon spielen da auch mit. Bust The Chain fabrizieren kompromisslosen Old-School-Hardcore und spielen sich gekonnt durch die halbstündige Platte durch. Aus denen könnte durchaus noch was werden. [Pit Fool]
BUTTPLUGS
Trotz mehrfacher Aufforderung meinerseits befand sich kein Geldschein in der CD. Was glauben die eigentlich? Ich mach’ Witze… Themenausgabe Geld, das passt echt hervorragend. Kennt jemand den gar nicht mal schlechten Film „Die Unbestechlichen“? Tatsachenverdrehung, Al Capone war der coole Hund (und hätte meiner Ansicht nach auf das Cover dieser Ausgabe gehört). [Manischer Mani]
CHARLY HORSE
“unholy roller” [People Like You]
Und schon wieder Corey Parks. Die Gattin von Duane Peters, hat mittlerweile auch überall ihre Finger drin. An Piep hatte sie die ja auch schon dran. Damals in tübingen. Hähä.Diesmal darf sie am Kontrabass ran. Und macht das ganz exzellent. Fabriziert wird bodenständiger Rock-A-Billy aus der Greaser Ecke von LA. Ziemlich Country beeinflusst, ruhig und langsam. Ideal um mit ner fetten Chopper durch die Rocky Mountains oder zumindest den Schwarzwald zu heizen. Das werd’ ich jetzt auch tun, sofern das Harley Immetat anspringt. [Knack]
CONDITION
„against all odds“ [Crapes of Wrath Records]
Endlich mal wieder ordentlicher New York Hardcore, der den Eindruck erweckt auf den Strassen der Bronx beheimatet zu sein. Fühlt sich wirklich so an, als wüssten die Herren von was sie singen, bzw. sprechen. Sollte man sich demnächst live auch in Europa von überzeugen können, wenn es die New Yorker zum ersten Mal über den großen Teich schaffen. [Fresse]
DEAD TO ME
„cuban ballerina“ [Fat Wreck Chords]
Power Pop Punkrock wie er bevorzugt in den Achtzigern gespielt wurde. Klingt gar nicht schlecht, auch wenn der Sänger etwas näselt, oder nicht ganz gut dazu passt. Kann man sich aber dran gewöhnen. Schon okay. Sind einige Perlen dabei. [Luca]
DIE KINSKIS
“bitte folgen!” [Sunny Bastards]
Schlaffke & Zepp rocken jetzt unter anderem Namen mit Buddy von Sea of Pearls am Schlagzeug weiter. Textlich humorvoll wie man es von den Herren kennt. Die Mucke geht gut ins Ohr, und auch ins Tanzbein. Netter Punkrock mit viel Melodie und Charme. Schlagerpunk wie er von Dieter Thomas Kuhn nicht besser dargeboten werden kann. [Rocker Ralle]
DOWN AND AWAY
“to serve and protect” [Mad Butcher Records]
Gewohnt gut gespielter Streetpunk aus den scheinbar unerschöpflichen Vorräten der schwedischen Proberäume. Die zaubern dort ja eine überdurchschnittliche Kapelle nach der anderen aus dem Hut. Bin mal gespannt wann die Übersättigung eintritt., dann müssen se sich wieder aufs Eishockeyspielen konzentrieren. [Rocker Ralle]
DOWN THE DRAIN
„music for troublemakers“ [Sunny Bastards]
Der Titel ist Programm. Soundtrack zu der reellen Horrorshow von Skins, Punks und Hooligans. Ziemlich brachial, aggressiv und böse. Der gestreckte Mittelfinger oder aber auch schon mal die Faust, kommt hier nicht zu kurz. Gewalt wird hier noch unverblümt großgeschrieben. Kling relativ authentisch und glaubwürdig. [Rocker Ralle]
ESCALATOR HATER
„T.V Addicted Boy“ 7“EP www.sprinterrecords.com
Ja, die hätte ins letzte Heft gehört. Also erstmal dickes Sorry an die Band, ist mir irgendwie durch die Finger gerutscht, ich habe einfach zuviel um die Ohren, hehe. Also erstmal habe ich mir das Foto auf dem Fernseher angeschaut, und mir gedacht, also, die habe ich schon mal irgendwo gesehen. Bestätigt sich beim Betrachten der Fotos der einzelnen Bandmitglieder auf der Rückseite, die habe ich echt alle schon mal gesehen, komisch… Nun denn tut ja nichts zur Sache: Noch mal zum Cover: das ist nämlich ungewollt gut, das ist tatsächlich witzig ohne penetrant zu wirken und ja… das ist Gesellschaftskritik und erinnert mich an der Stelle, dass ich den Fernseher ausschalten und den Plattenspieler einschalten sollte, dass ich mir das Ding auch anhören kann. Schon wieder ein Deja-vu, also die Stimme… die habe ich schon mal gehört, komisch… Flotter melodischer Punkrock mit schönen Sing-a-long Chören in schöner 77er-Tradiotion an dem es nichts bemängeln gibt, ausser dass es nichts zu bemängeln gibt. Wenn man Ecken und Kanten nicht bloss wegschleifen, sondern hinzufügen könnte, wäre das meine Empfehlung an die Band. Ansonsten aber prima. [Mani]
FAHNENFLUCHT
„wer wind sät ...“ [Suppenkazpers / Outrock Records]
… wird Ernte rauchen. Junge, Junge, hier wird schweres Geschützt aufgeführt. Intro mit Klavier. Sehr gut produzierte Platte und deutschpunk-untypische Texte. Was sich positiv vom sonstigen Deutschpunk-Sumpf abhebt. Der Sänger will’s auch wissen. Brüllt sich ohne dabei die Melodie zu verlieren gekonnt durchs Programm. Ja, der kann sogar richtig singen. Hätte nicht gedacht, dass so ne Platte 2006 noch möglich ist. Erinnert eher an alte Kempen. Manchmal aber auch an Dritte Wahl und Konsorten. Musikalisch gehts mitunter auch etwas metallisch zu. Ähnlich wie bei neueren Exploited-Scheiben. Eine Platte die nicht nur Deutschpunk-Fans ansprechen dürfte. Das Teil kann sich durchaus jeder zulegen! [Aldi]
GOOD RIDDANCE
„my republic“ [Fat Wreck Cords]
Good Riddance waren ja schon immer meine heimlichen Fat Wreck Lieblinge. Das liegt zum einen daran, dass sie den auf dem Label wohl eigenständigsten Sound vertreten und zum anderen aufgrund ihrer coolen Texte. Musikalishc geht es diesmal zwar fast schon in Richtung Pop-Punk, doch textlich ist nach wie vor so einiges geboten. Die Lala kommt auch, gerade jetzt für den Sommer. Dass Russ Rankin inzwischen richtig, richtig gut singt, rundet die geniale Scheibe auf angenehme Weise ab. Das Artwork ist übrigens todschick. Sieht original aus, wie aus dem vorigen Jahrhundert. Da lacht das Layouter-Herzchen. [Knack]
GOTTKAISER
“Gottkaiser” [Sunny Bastards]
Alte Hasen, neue Töne. Und was für welche. Geile Melodien. Töfte, unkryptische Texte, die weder nerven noch in die Hose gehen. Mal wunderbar harmonisch, mal melancholisch, dann wieder aggressiv und bissig. Packender, mitreissender Punkrock aus Hamburg. Hierbei handelt es sich zwar um das Debut-Album, doch alle 5 Musiker haben massig Erfahrung in Bands so coolen Bands wie ... But Alive, Rasta Knast und Emils gesammelt. Das geile Teil erscheint am 4. September auf Sunny Bastards. [Fratze]
G-STRING
“punker loser drunker” [Crazy Love Records]
Der Titel ist Programm. Sauschneller Punk’n’Billy aus dem Land der Froschfresser. Schön angepisst und aggressiv gespielt. Auch der Sänger scheint ganz gerne wie von der Tarantel gestochen abzugehen. Und seine Kompagnons stehen ihm in nichts nach. [Rocker Ralle]
HARD-ONS
„most people are a waste of time“ [Bad Taste Records]
Wie lange gibt’s die jetzt eigentlich schon? Keine Ahnung. Hab ich jedenfalls mal in meiner Kid-Punk-Phase im altehrwürdigen Schwenninger Kienzle-Areal gesehen. Waren großartig und Melodien schreiben können se heuet immer noch. Hoffe die Frisuren sind inzwischen. [Knack]
HIDDEN CHARMS
“the square root of love” [Alien Snatch Records]
Erster Longplayer der Münsteraner, bei welchen einer der verrückten Dean Dirg mitzockt. Das Teil kann sich fürwahr sehen lassen. 14 Songs in 25 Minuten. So muss das sein. Fulminante Hitexplosion, die keine Langeweile aufkommen lässt. Mnachmal hört man sogar die Shocks raus. Und wems dann doch nicht gefällt der kann die beiliegende Kotztüte zur Hand nehmen, welche auch als Hassmaske benutzt werden kann. Doch ich bezweifle, dass diese gebraucht wird. Wer reihert schon auf ein edles Stück 180 Gramm Vinyl? [Knack]
HIROSHIMA MON AMOUR / SHOCK NAGASAKI
“split” [Klownhouse Recordz]
Sehr schön, Uwe Umbruch ist meiner einer neue Combo zurück am Start. Und dank seiner typischen, charismatischen Stimme, hört sich das ganze relativ ähnlich an wie schon seine genialen Ex-Bands. Hinzu kommen mal wieder schöne Textchen eines kleinen Mannes mit großem Punkrockerherz. Teilweise in deutsch, teilweise in englisch. Des weiteren sind hier 5 Songs von Shock Nagasaki zu hören. Etwas Street-lastiger, bisschen U.K. like. mit Chören und so. Klingt geil britisch. [Knack]
ISAWS
“burnt offering” [Big Blue Records]
Band aus der Zeit als die Punkrock-Welt noch in Ordnung war. Feiner 77iger UK-Punkrock in schrammeliger Original-Aufnahme. Klingt gut. Kannte ich bisher nicht. Kann deshalb auch nicht viel zu sagen. Im Booklet ist noch ein Interview abgedruckt. Bei Fragen zu Band, solltet ihr euch vertrauensvoll an den schönen Schweizer Mani wende. [Knack]
JOHN KASTNER
“have you seen lucky?” [Boss Tuneage]
Ehemaliger Asexuals Sänger mit seinem ersten Soloproject. Unterstützt wird er dabei von Karl Alvarez (All) und noch ein paar gestandenen Haudegen. Herauskommen dabei, wie könnte es anders ein, ganz nette Melodien. LP gibt’s in farbigem Vinyl. CD im Digipack. [Hippie-Harry]
KALLES KAVIAR
“lime time” [Leech Redda]
Rocksteady und early Reggae vom feinsten. Keiner hat das im deutschsprachigen Raum so drauf wie Kalles Kaviar aus Basel, die se mittlerweile auch schon seit Jahren gibt. Lime Time ist ein grossartiges Hit-Album. Womöglich liegt das auch daran, dass die Sängerin Nicole inzwischen die Songs dominiert und nicht mehr als Randfigur fungiert. Verderben sonst oftmals zu viele Köche den Brei, bringt dieser flotte neuner die Tanzfläche zum beben. Vielleicht auch schon bald in Deiner Stadt. [Malle Kalle]
KOYAANISQUATSI
“weiter” [Twisted Chords]
Na, sprech’ das erst mal einer aus. Lohnt sich auf alle Fälle sich den Namen zu merken: Punkrock mit intelligenten und wütenden deutschen Texten fernab aller Klischees, Plattitüden und abgedroschenen Parolen. Ein Song kommt italienisch, das gibt nen Zusatz-Sympathie-Pünktchen. Doch, doch gefällt mir gut das Teil. Gerade jetzt wo man durch den unrühmlichen Abgang von Muff Potter und ... But Alive in der „Branche“ Nachwuchs braucht ... [Aldi]
LIGHTHOUSE PROJECT
”Navigate By Heart” [Combat Rock Indrustry]
Bei dieser Band geht es recht aggressiv zur Sache. Da wird im Sprint losgebrettert und gekeift was das Zeug hält. Gelegentlich gibt`s dann mal ne kleine Verschnaufpause um dann wieder in die Hardcore Reality einzusteigen. Lighthouse Project machen keine Gefangenen, können aber auch nicht wirklich aus der Masse ähnlicher Knüppelbands herausstechen. [Piep]
LOS FASTIDIOS
“rebels’n’revels” [Mad Butcher Records]
Die Vegan Hooligans aus Vicenca sind einfach nicht totzukriegen. Und das obwohl se bald vom Fleisch fallen. Flotter Ska-Punk mit HC-Anleihen wie man ihn von den Italienern gewohnt ist. Die Texte handeln vermutlich von Tofuwürstchen und Stadionschlachten. [Glatzen-Matze]
MAD MASATO
„just moving on“ [Crazy Love Records]
Mini-CD mit 4 Songs von einer Horde japanischer Psychobillys. Klingt dann auch relativ exotisch und sollte besonders den experimentierfreudigen Psychos ans Herz gelegt werden. [Teddy]
MANIFESTO JUKEBOX
“Strain“ [Combat Rock Industry]
Irgendwie kam mir der Name bekannt vor und ich hatte ne Band mit hartem Sound im Hinterkopf, aber ganz so war es dann doch nicht. Diese finnische Band spielt ein Höllenfeuer an rauem Punk mit diversen leckeren Zutaten. Hier geht`s schon recht ordentlich zur Sache, aber mit HC hat es kaum was zu tun. Bands welche mir als Vergleich am ehesten in den Sinn kommen wären Rocket From The Crypt, Hot Snakes, Hot Water Music u.ä. und das sind Referenzen die besser wohl kaum sein könnten, welche aber nur das Niveau dieser Band bilden sollten und Manifesto Jukebox keinesfalls wie irgend ein Abklatsch klingen. Einfach nur genial, kraftvoll und dynamisch. Einziges Manko ist die kurze Spielzeit dieser neun Songs. [piep]
MONSTER MAGNET
“spine of god” [SPV]
längst vergriffenen Meilenstein der Metal-Geschichte von 1992 wird von SPV nochmals als Re-Release herausgebracht. Wer det Teil noch immer nicht sein eigen nennt, sollte es sich schnurstracks zulegen. [Dave Mustaine]
MOJOMATICS
„nothin about nothin“ [Alien Snatch Records]
Wer aus dem stinkenden Venedig kommt bekommt aus Mitleid den Kloaken-Bonus. Ham die beiden Jungs allerdings überhaupt nicht nötig. Glänzen auch so mit ihrem eingängigen Pop-Punk. Drei schnuckelige Songs wovon mindestens einer echtes Hit-Potential hat. [Knack]
NEIN NEIN NEIN
“deine szene ist ein zombie“ [Matula Records]
Witziger Bandname. Musikalisch geht’s aber auf alle Fälle in ne andere Richtung wie bei den gleich ausgesprochenen Rentner-Helden aus dem UK. Textlich gesehen iss man sowieso weit außen vor. Kompromisslos, aggressiv und glücklicher weise ohne Jammerei. So lass ich mir Punkrock mit deutschen Texten gefallen. Hier wird man wenigstens nicht von übertriebner Sentimentalität und Betroffenheit unnötig genervt. Vielmehr angenehm in den Arsch getreten. Und kein Song länger als 2 Minuten. Nach ner halben Stunde ist der Spuk bereits vorbei. Gutes Ding. [Knack]
NO RESPECT
“excuse my smile” [Mad Butcher Records]
Beste und bekannteste Scheibe von den politischen Ska-Punkern No Respect. Damals auf Plastic Bomb veröffentlicht, jetzt bei Mad Butcher als Re-Release zu haben. Gute Skinhead-Mucke, die auch den Strassenkötern unter den Punks ans Herz gelegt sei. [Malle Kalle]
NORMAHL
“wenn ein tor fällt” [SPV]
Dass Normahl bei der WM-Leichenfledderei mit auf den Zug springt, war schon fast absehbar. Zu dumm, dass sie das gar nicht mal so schlecht machen, weshalb es zu keinem glatten Veriss reicht. Der Ding-Dong-Punkrock-Song isst dann auch noch ganz witzig. Zumindest beim ersten mal ... [Knack]
OPEN SEASON
”step by step” [Leech Redda]
Neue CD-Single der wohl berühmtesten Ska-Bands der Schweiz. Und ein Ende der Expansion ist nicht in Sicht. Mit 2 neuen Songs und 5 weiter Bonus-Tracks wird es weiter steil bergauf gehen. Vielleicht sogar wieder bis zum Gurten-Festival, wo es wirklich steil hinauf geht. Open Season verbinden gekonnt die alten Roots mit der modernen Elektrik. Ist also sowohl den Traditionalisten als auch den juvenilen Kids ans herz zu legen. Ein Video ist obendrei mit draufgepackt. [Malle Skalle]
RIPCORD
“live at parkhof Alkmaar” [Boss Tuneage]
Ripcord war eine der bekanntesten UK HC-Bands der späten 80iger, was auch kein Kunststück ist, da der UK nicht soooo viel HC Bands hervorbrachte. Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich um einen Live-Mitschnitt aus dem Jahre 1988 bei unseren Freunden den Oranjes. Darunter viele Klassiker und ein Gastauftritt von dem Napalm Death Brüllaffen Lee Dorrian. [Rocker Ralle]
ROCKIN’ SLICKERS
“another street” [Streetwork Orange]
Ganz netter Streetrock, allerdings noch zu wenig Songs um ne CD herauszubringen. Vielleicht wird das ja noch. [Porno Paul]
SEPULTURA
“pantexxi” [SPV]
Sepultura sind zurück und haben diesmal das Buch „Die göttliche Komödie“ von Dante Alighieri vertont. Düster, böse und geheimnisvoll. Nichts für Schöngeister und lebensfreudige Menschen. Doch den tot geweihten wird’s gefallen. Es geht also auch mit neuem Sänger weiter ans Eingemachte. [Knack]
SHAPE OF SCREW
“Sickhab” (www.shapeofscrew.ch)
Gefälliger Streetpunk aus dem schönen Schaffhausen. Junge Band, Eigenproduktion, für so was gibt es hier immer Bonus. Allerdings nutzt sich die CD beim Durchhören ein bisschen ab, ich finds mit der Zeit ein bisschen eintönig. Ein bisschen an den Songs rumfeilen und dann eine schöne 7“ EP machen, würde ich mal vorschlagen. Die CD gibt für eine handvoll Dollar oder eine handvoll Dollar mehr (brillant, hoffentlich liest das jemand!) bei der Band. [Mani]
SHEARER
“makin-a-munson” [Puke Music]
Heiland zack, das hätte ich nicht erwartet. Kick Ass rock steht druff, aber drin verbirgt sich astreiner Punkrock. Unglaublich druckvoll gespielt. Gelegentlich auch rockend. Ab und an klingt’s von den Melodien sogar etwas Richtung California-Punk. wobei die Stimme dafür zu rau ist, zum Glück. Schöne Chöre. Mehrstimmig gesungen, treibende Gitarre und immer nach vorne. Sauber! [Rocker Ralle]
SKEPTIC ELEPTIC
“atomic” [Wanda Records]
Neue Single mit drei Songs der österreichischen Glam-Rocker. Mucke geht wieder schwer in Ordnung. Woraus ich nicht so ganz schlau werde, ist das experimentelle Coverartwork. Das soll mal einer verstehen. Hat irgendwas aquarelles ... Naja, Hauptsache die Platte knallt. [Ralle]
SOCIAL MANIACS
“social maniacs” [DIY Records]
Wer Madonna covert kann kein schlechter Mensch sein. Unabhängig davon, dass sich das Original in letzter Zeit immer häufiger zum Affen macht. Und weil’s so schön war, wird Kim Wilde gleich noch hinterhergeschmissen. Lässt darauf schließen, dass die Leute schon etwas älter sind. Vielleicht auch, dass bereits vor den Social Maniacs über Banderfahrung verfügt wurde. Denn so schlecht hört sich das Debut gar nicht an. Kann man durchaus mal wieder rauskramen. [Rocker Ralle]
SONDASCHULE
“rambazamba” [Knock Out Records]
Bei der Sondaschule hat sich ganz schön was getan. Man könnte meinen mit der neuen Platte wird das Abitur angestrebt. Spätpubertierende Texte wie man sie früher gerne von Bela und Farin serviert bekommen hat. Besonders Hippiemädchen hat meine eingerosteten Lachmuskeln wieder in die Gänge gebracht. Ich hab mich fast schlapp gelacht, zumal mich der Text an eine gewisse Dame aus meinem Heimatdorf erinnert hat Feiner Skapunk der es versteht gute Laune zu verbreiten. Kommt gerade richtig um uns den Sommer über beim rumprollen an der Dreisam zu begleiten. Da schmeckt das Bier gleich zweimal so gut. Sondaschule reduziert sich mittlerweile nicht mehr ausschliesslich auf Ska, sondern lässt zum Punkrock auch gerne Pop und Schlagerklänge mit einfließen und das ist gut so. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass die Aufmachung der CD im Klappcover trés chic ist? Nein? Dem ist nichts hinzuzufügen. [Knack]
STAKEOUT
“wes kind ich ess, des fahrrad ich klau” [Fam]
Det sind ja mal witzige Kerlchen. An die Ärzte werden se zwar nie rankommen, aber für VIVA2 und das ein oder andere Festival dürfte es allemal reichen. [Knack]
SUBVERSIV
“kinder der nacht” [DIY Records]
Ganz nette Demo-CD mit netten Textchen zu angenehmen Melodien. Klingt schön rotzig, da nicht überproduziert. Sollten mal live auftreten, damit man sich die Buben und das Mädel mal ansehen kann. [Knack]
SURFAHOLICS
“on the rocks” [Kamikaze Records]
Rock wird hier großgeschrieben. Mit Surf hat dette eher nüscht zu tun. Schweinerock beeinflusst. Tönt in Richtung Hellau Glue Negro. Ab und an auch ein Schuss Turbo AC’s. Bei AC/DC wird sowieso gerne geklaut. Mir ne Spur zu rockig, der Klientel wird’s aber gefallen, auch wenn’s aus Österreich kommt. [Knack]
SWEET ADDICTION
“class and dignity” [Alleycat records]
Typischer Schwedenrock, wie ihn die Hives und Kosnorten groß gemacht haben. Wobei es hier noch stärker Richtung Hardrock geht. Nur eben schneller gespielt. Gibt’s anscheinend auch schon seit 1997. hach wie die Zeit vergeht. [Ralle]
THE ACKERMANS
“no one knows us better than” [Alien Snatch Records]
Ich kannte da mal einen Ackermann, der ging mir tierisch auf den Sack, doch der kam nicht aus Skandinavien und konnte auch nicht solch brillante Musik machen. So brillanter Power Pop wie es die Ackermanns aus Schweden hinbekommen. Erinnert ein wenig an meine inzwischen aufgelösten Helden Psychotic Youth. Ein wenig auch an NinenNineNine, die ich erst kürzlich wieder live geniessen durfte. Sehen zum Glück noch nicht so alt aus. Und gehen optisch eher als Mods durch. Coole Platte, dürfen ruhig mal in Freiburg vorbeischauen. [Knack]
THE CONFESSION
“what about the kids ?” [MSM 1279 Records]
Großartiger “Streetpunk” aus Schweden. Wunderbare, eingängige Melodien, Hit reiht sich an Hit. Geile Aufmachung in sexy rosa. Nach 20 Minuten sind die 10 Songs an dem Hörer vorbeigewummert und fordern zum erneuten anhören auf. Geil! [Knack]
THE MESSENGERS
“the messengers” [Wanda Records]
Wow, was für ein Brett. Seit wann können Frauen am Gesang denn so abgehen? Meist kommen die doch viel zarter besaitet daher. Diese hier nicht. Gleich der Opener ist ein wahrer Kracher und entzündet ein Hit-Feuerwerk das über die ganze Platte anhält. Elf Songs, super eingängig mit geiler Stimme. Mitreißender Female Fronted-Punkrock aus Cincinnati. Kaum zu toppen. Frag mich gerade wieso ich von denen nicht schon viel früher was mitbekommen habe. [Knack]
THE MONTESAS
“rockers …shakers!” [El Toro Records]
From Tanzkeller to Dragstrip. So stieg man in Nordhessen inzwischen zu kultigen Filmstars auf. Hier kommt der original Motion Picture Soundtrack zu dem Halbstarken-Retro-Streifen „Rockers... Shackers!“ Hervorragend aufgemachte CD, die man unbedingt als LP haben sollte. Vorausgesetzt es wird sie als solche denn je geben. Inklusive Filmposter und Montesas-ärger’-dich nicht-Spiel. Musikalisch bedient man den geneigten Zuhörer mit dem typischen Montesas-Sound über den ich wohl nicht mehr viel Worte verlieren muss. Zumal ich auf diesem Sektor völlig inkompetent bin. Was mich aber nicht davon abhält bekennender Fan zu sein. Zu schade dass ich ihren Auftritt am Freiburger Lampionfest aufgrund meines Sardinien-Aufenthalts verpassen werde ... [Knack]
THE PENETRAITORS
“the penetraitors” [Empty Records]
Wow. Die sollen tatsächlich aus Deutschland, noch dazu aus dem beschaulichen Franken kommen. Wobei da ja schon immerhin Oxymoron und Rejected Youth herkamen. Demnach ein gutes Pflaster für Streetpunk. Und hier kriegen wir das volle Brett. Total aggressiv gespielt und gesungen. Teilsweise wechselnder Gesang wie manchmal bei Rancid. Der Opener „back to the front“ haut wirklich alles weg, was ich in der letzten zeit gehört habe. Und auch die restlichen 12 Songs können alles. Selten empfand ich Streetpunk als so abwechslungsreich. Selbst die Vindictives kommen zu ehren. Daumen hoch. [Eumel]
THE PHOENIX FOUNDATION
„falling“ [Combat Rock Industry]
Dieses mir bis dato unbekanntes finnische Label hat wohl einige Leckerbissen zu bieten, was The Phoenix Foundation nur noch unterstreichen. Musikalisch bewegt man sich in Punk Rock Gefilden mit rauer aber dennoch eingängiger Prägung. Es schimmert stark der politische Hintergrund durch ohne jedoch parolenhaft zu wirken. Ausserdem schwingt so ein gewisser Folk Touch mit wie man ihn von Against Me kennt und insgesamt dürften Social Distortion ein möglicher Orientierungspunkt sein. Gute Scheibe. [Piep]
THE POKES
“hello my dear” [Puke Music]
Irish Folk Punk einer international besetzten Band, die vornehmlich auf Akustik-Instrumente setzt. Die Bandmitglieder kommen u.a. aus Schottland, England, Schweden und Berlin. Und das hört man. Meist englischer Folk, der hier eindeutig im Vordergrund steht. Ideal um inner Kneipe zu sitzen und Whisky in Massen zu trinken. Oder aber einfach nur am Lagerfeuer und sich nebenbei Geschichten zu erzählen. [Rocker Ralle]
THE POPZILLAS
“The incredible Adventures of Pandora Pop” [Wolverine]
Hier fällt als erstes mal das Cover auf. Wunderschön ist ein viel zu ungewichtiges Superlativ um die Artwork zu beschreiben. Da versteht jemand fürwahr sein Handwerk. Auch der restliche Digipack ist ein Schmuckstückchen. Es geht also doch, CD’s gut aussehen zu lassen. Aber nicht nur das Auge wird verwöhnt. Auch die Öhrchen bekommen feinste Power-Pop Hymnen serviert, die schon beinahe ins kitschige verfallen. Und wer mich kennt weiß, dass ich auf Kitsch stehe. Die Popzillas machen Pop wie ich ihn mir gerne anhöre und Yvy kann einfach fantastisch singen. Fast schon ein bisschen zu gut für Punkrock. [Stefano Stiletti]
THE ROCK-IT DOGS
“chills, thrills and blood spills” [Crazy Love Records]
Klassisches Rock-A-Billy-Trio aus dem U.K. Geile eingängige Psycho- Lala die mit einer schönen Surf-Melodie im Hintergrund abgerundet wird. Tolle Songs, cool gezupfter Bass. Gute Musiker. Leider lässt das Artwork der CD ein wenig zu wünschen übrig. Aber das was es auf die Ohren gibt, kann sich allemal hören lassen. [Teddy]
THE SILVER SHINES
“red leaf” [Crazy Love Rec.]
Saugeiler Psychobilly aus Ungarn. Mann oh, mann, die drücken mal ordentlich aufs Gaspedal. Geht’s eigentlich noch schneller? Das würde ich mir live nicht entgehen lassen. Wäre cool wenn die mal rübermachen könnten und sich hier blicken lassen würden. Mad Sin kann dagegen in Rente gehen. [Teddy]
THE SKREPPERS
“pain in the right place” [Udai Records]
Und da isser wieder, der Jelllo Biafra Skandinaviens. Back outta hell punkrocken sich die Finnen durch ihre schnucklige, neue Platte. Immer den Psychobilly im Nacken, mitunter eine Garage streifend und öfters an die Cramps erinnernd. Dazu ne Art Elektro-Orgel, die gerne dazwischen fiept. Gelungene Mischung und originell auf alle Fälle. Man sollte nicht glauben, dass es sich beim Sänger um den Produzenten von HIM handelt. [Knack]
THE VERY JOB AGENCY
“the very job agency” [Go Kart Records]
Endlich mal ein innovativer Waschzettel, welcher dem Promopäckchen beiliegt. Und da die Band zumindest ansatzweise ähnlich innovativ klingt, kann man sich das Teil durchaus zulegen. Infos dazu gibt’s unter dem Bandnamen in Google. Wäre ein Unding an dieser Stelle mehr zu verraten. [Knack]
THEE EXIT WOUNDS
“bad day” [Wolverine Records]
Cooler Psycho-Billy aus dem U.K. Treibender, eigenständiger Gesang. Ein Schuss Punkrock. Eine Prise Rock’n’Roll und fertig ist ein feines Süppchen um dem hungrigen Volk zu servieren. Der Sänger ist übrigens echt ne Wucht. Hat nen geilen Vibrator im Hals. Hört man nicht oft so. Kommt aussem Amiland und könnte der Sohn von Biafra sein.[Teddy]
TIGERBOMBS
“crazy kids never learn” [Radio Blast Rec.]
Yeah, Finnen sind cool, Schweden sind schwul ... äh iss mir jetzt so rausgerutscht, bin ja selbst ne halbe Tunte. Also verzeiht, verehrte Plenen dieser Welt. Geilster Power-Pop aus dem Land der hellblonden Mädchen mit dem lustigen Dialekt. Besonders gut kommt dabei die dezent eingesetzte Orgel. Süss. Wie die Musik. Die Beach Boys und alle anderen, die’s drauf haben, lassen grüßen. Musik zum knutschen. [Knack]
TIGHT FITTING PAINTS
“obscene music for obscene people” [Crazy Love Records9
Really cool Psycho-Billy mit Texten für Leute die es etwas derber mögen. Scheinen Franzosen zu sein und nur Unfug im Kopf zu haben. Gehen jedenfalls ab wie Zäpfle und treten aufs gaspedal als wäre der Teufel höchstselsbt hinter ihnen her. Ab und an fließen diverse Country-Einflüsse mit ein. Beiweilen auch ein bewährtes Metall-Riff. Geile Mischung. [Teddy]
U.S. BOMBS
“we are the problem” [People Like You]
Was für ein geiles Comeback von the master of desaster Duane Peters und seinen Mannen. Vor allem das dezent eingesetzte Piano hat es mir angetan. Ich liebe es. Die Songs gehen wieder etwas mehr in Richtung „back to the laundromat“. Etwas rauer als die „The World“. Und trotzdem mit eminenten Hit-Potential. Endlich mal wieder eine Platte, die mich vor Freude onanierend durchs Zimmer hüpfen lässt. Kleiner, dicker Sänger, große Band! [Knack]
V.A.
„ska... ska... skandal“ [Pork Pie]
„Hooligans, Hooligans ... tralla la ... zicke zacke, zicke zacke, hoi, hoi, hoi“. Ein kompleter Ska-Sampler zur Thematik Fußball. Nachdem das im Punkrock Gang und Gebe war, ham wir es hier mit einem Novum zu tun.
Darauf sind überwiegend neue oder rare Songs von LOS CALZONES, THE BUSTERS, Mark Foggo, LIONSCLUB, Laurel Aitken, SHOTS IN THE DARK, BLUEKILLA, SCATTERBRAINS, SKA-J, AMPHETAMEANIES, Dr. Ring-Ding, THE CHANCERS, SPITFIRE, TWO TONE CLUB, THE CABRIANS, DOBERMAN, BLASCORE und BAD MANNERS zu hören. Hinzu kommt eine ansprechende Aufmachung mit netten Zeichnungen und Bildchen. Kann man nicht meckern. [Malle Skalle]
V.A.
“from punk to ska 3” [Wolverine Records]
Der erfolgreiche Ska-Punk-Sampler geht mittlerweile in die dritte Runde. An der Strategie hat sich nichts geändert. Punkbands versuchen sich an Ska-Songs und gestandene Ska-Bands wie die Busters zeigen ihnen wie es klingen muss. 55 Songs auf zwei CD’s zum Preis von einer. Ideale Party-CD! [Malle Skalle]
V.A.
“it came from hell” [Crazy Love records]
Psycho-Billy Sampler u.a. mit Wrecking Dead, Dragstrip Demons, Up To Vegas, G-String, Pinballs, Wild rats und noch einigen mehr. [Teddy]
V.A.
“vans warped tour 06” [Sideonedummy]
51 Songs verteilt auf ner Doppel-CD bei welcher Joan Jett herausragt. Aber auch Against Me!, Good Riddance und The Casualties wissen zu überzeugen. [Knack]
V.A.
“migräne für mein elektrokopf“ [Wanda Records]
Saugeiler EP-Sampler mit je einem Hit von den Motras, den genialen Südfranzosen The Hatepinks, den Shoemakers und den Neurotic Swingers. Schön eingetütet im grellbunten Design. Kaufen ihr Ficker! [Knack]
V.A.
“kick it with boots“ [Sunny Bastards]
Oi/Punkrock/Streetpunk/Ska-Sampler zum ledigen Thema Fussball. Mit dabei sind Toxpack, Volxsturm, Down The Drain und Towerblocks, Dödelhaie, Roimungstrupp, Eight Balls, Pöbel & Gesocks, 7er Jungs ... kommt ganz lustig zur WM. [Rocker Ralle]
VARSITY DRAG
“for crying out loud” [Boss Tuneage]
Ehemaliger Lemmonhead-Vogel Ben Deily zaubert 9 Gitarren-Perlen aus dem Hut und küsst damit den Beach Boys auf den Bauchnabel. Gar nicht schlecht für so nen alten Sack. [Rocker Ralle]
YA BASTA
“sans retour” [Twisted Chords]
Die dritte Platte der französischen Redskins. Nach wie vor extrem tanzbare Ska gepaart mit radikalen Texten. Es geht demnach doch: Tanzen, Feiern und Kämpfen. "Sans retour" enthält 4 nagelneue Songs plus 5 Live-Versionen von altbekannten Hits der ersten beiden Studioscheiben. Die neuen Songs strotzen nur so vor Spielfreude und Power, die Live-Versionen sind in ansprechender Qualität. Jedenfalls nicht mit dem Walkman in der Tasche aufgenommen. Zu den Texten gibt es noch Liner-Notes um der Band gedanklich noch etwas näher zu kommen. [Malle Kalle]
ZAUNPFAHL
“musik” [Puke Music]
Ausgereiftes Songwriting trifft auf klischeefreie Texte. Klingt stark nach Ärzte und Tote Hosen. Und kann zumindest mit den Hosen mithalten. Die Texte werden gerne überspitzt oder ironisch dargeboten und die Mucke geht toll nach vorne los. Oft politisch, ohne jedoch Gefangene zu machen. Schöne Scheibe. [Aldi]
ZWAKKELMANN
“stubenrocker” [Empty Records]
Hurra, der Zwakkelmann ist wieder zurück. Stubenrocker. Genialer Titel. Und Schlaffke Wolff hat’s sowieso drauf. Ein verrückter Ohrwurm folgt dem nächsten. Steht’s witzig, ab und an leicht melancholisch und immer der Schelm im Nacken. Alltägliches wird augenzwinkernd durch den Kakao gezogen. Irgendwo zwischen Schlager und Wandergitarre. Mal mehr Country, mal ein wenig Surf oder Liedermaching. Gutes Ding. [Knack]